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🎸 "Musik ist wie ein Fluss" – ein Gespräch mit Oliver Jam

  • booking58082
  • 1. Sept. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Oliver Jam ist Gitarrist, Sänger und Loopstation-Künstler. Seine Konzerte sind Reisen: durch Klanglandschaften, Stimmungen und spontane Momente. In diesem Interview spricht er über die Magie der Livemusik, den Strom des Augenblicks – und warum für ihn jeder Auftritt ein kleines Abenteuer ist.

Oliver, du beschreibst Livemusik als einen Fluss. Was genau bedeutet dieses Bild für dich, wenn du auf der Bühne stehst?

Für mich ist dieses Bild sehr stark mit dem Musizieren und vor allem mit meinen Konzerten verbunden. Ich liebe Wasser – ich surfe, bin oft an Seen oder Flüssen unterwegs. Und genau so fühlt sich Musik für mich an, wenn ich live spiele: Sie ist ständig in Bewegung. Die Melodien verändern sich unaufhaltsam, sie können stürmisch werden oder leicht, verträumt oder energiegeladen. Man reist quasi mit – nimmt es wahr – aber gleichzeitig ist man so präsent im Moment der Entstehung, dass man alles um sich herum vergisst. Es fliesst einfach.

Du arbeitest viel mit einer Loopstation. Wie verändert diese Technik deinen musikalischen Fluss?

Die Loopstation hat einen grossen Einfluss auf den Verlauf eines Konzerts. Wenn ich mit anderen Musikern spiele, ist die Musik oft dynamischer – sie kann in Tempo oder Richtung spontan variieren. Die Loopstation hingegen gibt eine klare Struktur vor. Das ist nicht unbedingt schlecht, es ist einfach anders. Ich liebe die Präzision und Tiefe, die durch das Loopen entsteht – aber ich lasse in meinen Konzerten auch ganz bewusst Parts ohne Loops entstehen. Diese Freiheit zwischendurch ist mir wichtig.

Welche Rolle spielt das Publikum für dich während eines Konzerts?

Das Publikum ist für mich essenziell – genauso wichtig wie eine Gitarre, die gut in der Hand liegt, oder ein solider Boden unter den Füssen. Ich schätze es sehr, wenn ich spüre, dass da ein Kontakt entsteht, dass sich etwas bewegt. Diese Verbindung ist magisch. Ich spiele nicht nur für Menschen, sondern mit ihnen. Ein Konzert ohne tolles Publikum fühlt sich oft nur halb lebendig an.

Gab es für dich einen besonderen Moment, der dir gezeigt hat, wie kraftvoll Livemusik sein kann?

Da gäbe es einige! Einer der eindrücklichsten war sicher in St. Gallen. Ich habe dort Strassenmusik gemacht – irgendwann kam die Polizei und stellte mich ein. Ich sollte 100 Franken Strafe zahlen. Aber was dann geschah, hat mich umgehauen: Viele Menschen, die gerade zuhörten, haben sich für mich eingesetzt. Zwei wollten mir soger die Busse bezahlen. Das hat mich tief berührt. Es zeigt, wie Musik Menschen miteinander verbinden kann – auch in unerwarteten Momenten.

Was möchtest du den Menschen mitgeben, wenn sie dir zuhören – wenn sie deinen Fluss betreten?

Ich möchte ihnen eine kleine Reise schenken. Meine Musik entsteht mit viel Herz, sie ist inspiriert von vielen Situationen und Orten auf diesem Planeten. Ich hoffe, dass ich mit meinen Songs Geschichten erzählen kann, die Menschen erreichen – auf ihre eigene Art. Vielleicht finden sie etwas Eigenes darin wieder, oder sie hören einfach zu und lassen sich treiben. Beides ist für mich ein Geschenk.


🌀 „Letztlich ist es der Moment, der zählt – und die Bereitschaft, sich treiben zu lassen.“

So beschreibt Oliver Jam die Essenz seiner Musik. Seine Konzerte sind wie ein Fluss: man weiss nie genau, wohin er führt – aber wer sich darauf einlässt, wird getragen.

 
 
 

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